Über Osteopathie
Ich verstehe die Osteopathie als eine Erweiterung und Vertiefung der Manuellen Medizin – einer Medizin mit den Händen, die auf jahrhundertealten Erfahrungen beruht, von den Ägyptern über Hippokrates bis in unsere heutige Zeit.
Durch die geschulte Hand können Ursachen von Beschwerden, wie Blockierungen, schmerzhafte Muskelverspannungen, Temperaturunterschiede oder funktionelle Störungen, häufig ertastet werden. Die osteopathische Diagnostik ergänzt damit moderne bildgebende Verfahren wie Röntgen oder MRT auf wertvolle Weise.
In der Behandlung können Gelenke sanft mobilisiert, Muskel- und Faszienstrukturen gezielt gedehnt und Nerven stimuliert werden – ohne invasive Eingriffe wie Spritzen oder Operationen. Auch der Einsatz von Medikamenten kann durch osteopathische Therapien häufig reduziert oder ganz vermieden werden.
Osteopathie ist eine ganzheitliche Medizin. Sie betrachtet den gesamten Körper, denn die Ursache von Beschwerden liegt nicht immer dort, wo der Schmerz empfunden wird.
Drei funktional miteinander verbundene Konzepte stehen im Zentrum der osteopathischen Arbeit:
- das parietale Konzept: das Stützsystem des Körpers mit Gelenken, Muskeln und Faszien,
- das viszerale Konzept: die Aufhängung und Beweglichkeit der inneren Organe,
- das craniosakrale Konzept: die Einheit von Schädel, Gehirn, Rückenmark, Hirnhäuten und Rückenmarksflüssigkeit bis hin zum Kreuzbein.
Die osteopathische Medizin sucht in diesem Zusammenspiel nach Funktionsstörungen – und hilft dem Körper, seine natürlichen Heilungskräfte wieder zu entfalten.